43. Tag, Mittwoch, 22.07.2009
Cée - Cabo Finisterre - Santiago de Compostella
Tages-km: 27
Gesamt-km: 2677
Höhenmeter: 428
Die letzte Fahrradetappe: Obwohl mir nicht mehr danach zu Mute war, habe ich mich noch mal aufgerafft. Es goss am Morgen in Strömen, als ich zum letzten Mal mein Fahrrad bestieg. Es waren noch ca. 25 Kilometer, das wusste ich. Es fiel schwer, trotzdem ging es gegen halb Acht wieder los. Viel war nicht zu sehen: 1. Es war noch dunkel, 2. Es regnete, 3. Die Küste verschwand im Nebel. Kurz vor zehn Uhr erreichte ich den letzten Ort des Camino, Finisterre.
Schnell durchs Städtchen geradelt, am Hafen vorbei, und dann noch einmal 138 Höhenmeter auf einer Strecke von nur 3 Kilometern (!), hinauf zum Leuchtturm. Zu sehen war nicht viel. Alles verschwand im Dunst. Nur das Nebelhorn, das den Schiffen den Weg zeigen soll, tönte regelmäßig alle 40 Sekunden. Ich hatte es geschafft. - War fast genau 2700 Kilometer geradelt und befand mich jetzt am Camino-Kilometerstein 0,00. Schnell noch ein paar Fotos, dann hinab in den Ort. Hatte noch etwas Zeit für einen Kaffee und ein
Bocadillo. Eine halbe Stunde später fuhr mein Bus. Knapp drei Stunden später befand ich mich wieder dort, wo meine zwei letzten Etappen gestern Morgen begonnen hatten. Santiago empfing mich mit strömendem Regen. Musste unbedingt eine neue Bleibe haben. Das gestaltete sich sehr schwierig, da am Wochenende der Geburtstag des heiligen Jakobus gefeiert wird. Zimmersuche bei Wolkenbruch. Schließlich fand ich doch noch ein Zimmer. Leider nur für zwei Tage (drei wären besser gewesen). Der Raum gibt wirklich nicht viel her. Das Wasser ist kalt, der Zimmerpreis ist heiß. Was soll ich machen? Alle anderen Unterkünfte scheinen belegt zu sein. Also, gute Miene zum bösen Spiel gemacht. In früheren Zeiten wurden die Pilger ausgeraubt, jetzt werden sie ausgenommen.
