36. Tag, Dienstag
Astorga - Ponferrada
Tages-km: 60
Gesamt-km:2348
Bin schon in der Dunkelheit los. Als es hell wurde, nahm mir die Schönheit der Landschaft den Atem. Das hatte ich nicht erwartet. Nach der flachen, baumlosen Steppe war die Gegend, in die ich nun hineinfuhr, einfach unbeschreiblich: Schmucke, saubere Dörfer, grandiose Fernsicht und ein im Laufe des Vormittags immer blauer werdender Himmel nahmen mich gefangen.
Mir
Mir ging fast die Puste aus, als ich den ersten der zwei großen Pässe erklomm. Immerhin musste mein Bike auf 1500 m Höhe gedrückt werden. Hinter Foncebandon kam das Cruz de Ferro in Sicht. Ich musste plötzlich heulen. War so glücklich, war so fertig.
Kurzer
Kurzer Aufenthalt dort oben. Normalerweise weht ein übler, eiskalter, heftiger Wind. Heute jedoch verspeiste ich bei Bilderbuchwetter mein restliches Huhn vom Vortag. Sandra würde mir jetzt das Stichwort "Salmonellen" zuwerfen! Achims Magen kann mittlerweile aber alles ab. Weiter ging die Fahrt, jetzt im Wahnsinnstempo 20 Kilometer bergab. Immer wieder unterbrochen von Fotostopps. Habe heute fotografiert bis der Arzt kam. War so beeindruckt von der wunderschönen Landschaft. Hätte auch noch stundenlang weiter fahren können.
Acebo
El Acebo - ein kleines Dorf wie eine ausgestorbene Westernkulisse. Ob Clint Eastwood sich auch schon mal hierher verirrt hat? Es war ein trockener Tag. Der alte Brunnen kam mir sehr entgegen, um wieder Aqua für die Weiterfahrt zu bunkern.
Außer
Außer dem Esel Caruso waren heute aber noch mehr landwirtschaftliche Nutztiere unterwegs. Lauter zottelige Kerle belagerten den Camino. Da bleibt kein Halm verschont. Wahrscheinlich eine Wollrasse. Bei der Hitze fühle ich mit.
Als
Als ich Ponferrada erblickte, verspürte ich jedoch meine Erschöpfung. Ein Hostal war schnell gefunden. Anschließend die Ausrüstung überprüfen und nur noch eins: Ausruhen.
Meinen
Meinen Stein habe ich oben am eisernen Kreuz abgelegt. Er bleibt dort auf Ewigkeit liegen. Ein gutes Gefühl.
Meine Erkenntnis des Tages: Unbeschreiblich schön - alles.